Biologische Krebstherapie

„Krebs“ – eine der Diagnosen, die zunächst bei nahezu allen Patienten Angst, Fassungslosigkeit und auch eine gewisse Hilflosigkeit auslöst. Durch gezielte Steigerung der Abwehrkräfte kann unterstützend gegen diese Erkrankung vorgegangen werden.

Ziel der biologischen Krebsabwehr ist es:

a) Die körpereigenen Abwehrkräfte zu mobilisieren, zu stärken und wiederherzustellen

b) Die Folgen oder Nebenwirkungen der notwendigen klassischen schulmedizinischen Tumortherapie (Operation, Chemotherapie oder Bestrahlung) zu reduzieren oder sie sogar zu vermeiden.

In unserer Praxis wird die biologische Krebstherapie als Ergänzung zur schulmedizinischen Krebstherapie verstanden. Um ein optimales Ergebnis zu erreichen, müssen jedoch alle Therapieformen optimal aufeinander abgestimmt werden. Ziel der klassischen Krebstherapie ist zunächst (soweit möglich) die Reduktion der Tumormasse. Operation, Chemotherapie und Strahlentherapie sind die drei Säulen der Schulmedizin die sich vorwiegend auf den Tumor begrenzen. Jede dieser Primärtherapien führt zu einer Schwächung der ohnehin geschwächten körpereigenen Abwehr. Ergänzend zu diesen Maßnahmen setzen wir zur Steigerung der körpereigenen Abwehr und zur Unterstützung von Regenerations- und Reparationsvorgängen die wichtigsten biologischen Krebstherapien ein: MisteltherapieThymustherapie und Orthomolekulare Medizin (Therapie mit Vitaminen, Mineralstoffen, Spurenelementen und Aminosäuren)

Misteltherapie: Die Therapie von Tumorpatienten mit Mistelpräparaten ist zur Zeit die häufigste Form der biologischen Krebstherapie. Die Wirksamkeit ist durch zahlreiche Studien belegt. Die Kosten werden in der palliativen Situation von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen. Die Therapie sollte in ein Gesamtkonzept integriert sein und möglichst früh begonnen werden. Sie wird bei allen soliden Tumorerkrankungen eingesetzt. Bei bösartigen Erkrankungen des Blutes – Blutkrebs – ist jedoch Zurückhaltung geboten. Im Verlauf einer Behandlung werden zunächst niedrig dosierte Mistel-Substanzen unter die Haut injiziert. Bei guter Verträglichkeit wird zum nächststärkeren Präparat gewechselt. Die Therapie ist in Intervallen durchzuführen. Als Grundregel kann man sagen, dass nach zwei bis drei Monaten Behandlung immer eine Pause von ein bis zwei Wochen erfolgt. An Tagen der Chemo- oder Strahlentherapie ist eine Therapiepause angezeigt. Insgesamt ist die Misteltherapie nebenwirkungsarm. Auftreten können leichtes Fieber – was durchaus erwünscht ist – und Reizzustände am Ort der Injektion.

Thymustherapie: Wie bei der Misteltherapie ist bei Blutkrebs (Leukämien) und/ oder Lymphdrüsenkrebs Zurückhaltung bei der Gabe von Thymuspräparaten geboten. 

Eine Kombination mit der Misteltherapie ist sinnvoll. Ebenso die Intervalltherapie mit einer Misteltherapie. Die Bildung neuer Abwehrzellen wird durch Thymusfaktoren gefördert; diese werden dann durch Mistelpräparate aktiviert. Nach ca. sechs Wochen Anwendung sollte eine Therapiepause von ca. vier Wochen eingehalten werden. Die Verträglichkeit der Thymustherapie ist gut. Nebenwirkungen treten wenn überhaupt, meist nur an der Einstichstelle auf; Allergien sind selten.

Orthomolekulare Medizin: Die Orthomolekulare Medizin dient der Verminderung der Schwächung des Immunsystems unter einer Bestrahlung oder Chemotherapie, der Verbesserung der Lebensqualität, sowie der Verminderung der Nebenwirkungen im Rahmen der konventionellen Tumortherapie (Operation, Chemotherapie, Bestrahlung). Da es sich um körpereigene Stoffe handelt, ist die Nebenwirkungsrate ebenfalls sehr gering. Die therapeutisch genutzten Stoffe sind Vitamin A/ Beta-Carotin, Vitamin C, Vitamin E, Vitamin B6, Folsäure, Kalzium und Vitamin D, Selen, Zink und Gamma-Linolensäure. Je nach Therapiestadium und Erkrankungsart erfolgt eine individuelle Dosierungsanpassung und die Entscheidung ob eine Infusion notwendig ist oder die Gabe als Tablette ausreicht. Das Wirkungsprinzip ist das Abfangen freier Radikale, die durch die invasiven Therapien entstehen.

Zusammenfassend kann vor der schulmedizinischen Behandlung das Immunsystem gestärkt und konditioniert werden, während der schulmedizinischen Behandlung eine Reduktion der Nebenwirkungen - und nach der Behandlung eine Verringerung der Rezidiv- und Metastasenbildung erreicht werden. Kurz: Die Lebensqualität kann insgesamt erhöht-, Ängste und Depressionen können besser bewältigt werden.

Die biologischen Krebstherapien sind bei richtiger Anwendung nebenwirkungs- und damit risikoarm und mit allen schulmedizinischen Therapieansätzen kombinierbar.

Frau Dr. Stuhlmann beantwortet gerne ihre Fragen zur biologischen Krebstherapie!